BILD

Künstler und Betrachter als unabdingbare Einheit

„Jede Begegnung mit einem Kunstwerk ist dialogisch, das heißt, was sich ereignet, wenn jemand ein Gemälde, eine Skulptur oder irgend ein anderes Objekt betrachtet, das sich als Kunst zu erkennen gibt, entsteht zwischen dem Betrachter und dem betrachteten Ding. Kunst hat etwas Intersubjektives an sich, weil wir es nicht bloß als ein Ding betrachten, sondern als ein von den Spuren eines anderen lebenden Bewusstseins erfülltes Objekt“

Siri Hufstedt, Leben, Denken, Schauen, Seite 401

Jedes Objekt hat seinen eigenen Sinn, seine Funktion seine Bedeutung. Im Moment des Ab-Bildes können sie, auch kombiniert mit anderen, in einen eigenen, verschlüsselten Sinnzusammenhang gestellt werden. In dem Moment werden sie surreal, d.h. ihre Realität setzt sich in jedem Betrachtenden neu und individuell zusammen. Der Betrachter wird also eingeladen, sich auf eine eigene Reise des Sehens, Verstehens und Interpretierens zu begeben, die das eigentlich Unmögliche möglich macht, das nicht Sichtbare sichtbar.

Er hat die Möglichkeit durch seine Kunst der Entschlüsselung, vielleicht Entzauberung der Kunst ein jeweils neues Bild zu geben. Künstler und Betrachter bilden so eine unzertrennliche Einheit der Interaktion. Nur durch beide erhält das Bild seine jedesmal neue Bedeutung. Aus dem Zeppelin und Fisch wird der Zeppelfisch, aus der Uhutube der Ehekleber, aus der Milkakuh die Molkekuh usw. Nun ist der Betrachter gefragt, jedem Gegenstand mit seiner Phantasie und Kreativität eine neue, eigene Bedeutung zu geben